Textbühne #3 im Rückblick: „Wir sind drin und draußen ist die Welt.“

Zum nun schon dritten Mal waren wir zu Gast im Kulturcafé am Campus der Uni Mainz und durften vor über hundert Menschen im Publikum junge Nachwuchsautorinnen und -autoren vorstellen, diesmal unter dem Motto „Wir sind drin und draußen ist die Welt“. Uns war es eine Freude, nach dem zwar nicht sehr kalten, aber doch recht langen Winter seit der letzten Textbühne im November erneut so talentierten Künstlern eine Bühne zu bieten und den Raum, eigene literarische Texte vorzutragen. So geht unser Dank für den schönen Abend an Dalila Belattar, Jennifer Riebl, Rebecca Lapresa, Bastian Boß und Bernd Ritter sowie an das Duo Chestnut Leaves, Katharina Baller und Matthias Bahn, die den Abend musikalisch gestaltet haben. So waren wir diesmal nicht nur eine Bühne für die ersten literarischen Auftritte, sondern auch für unsere Musiker, die in dieser Form zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne standen – das freut uns natürlich besonders.

Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung aller Beteiligten vor, neben und hinter der Bühne, ohne deren anhaltende Begeisterung und Engagement das Projekt Textbühne nicht möglich wäre. Besonders danken möchten wir dem AStA der Uni Mainz, dem Literaturbüro Mainz und unseren Berliner Lieblingskünstlerinnen von Matrosenhunde, von denen auch dieses Mal wieder Motto und Artwork zur Veranstaltung stammen. Ein großes Dankeschön zudem an Isabelle Winkler, die wieder von Anfang an dabei war und auch die Textbühne #3 für die Nachwelt fotografisch festgehalten hat.

Bis bald!

Textbühnenvorstellung: Chestnut Leaves (Musik)

„Out of my depth / And into delusion / New Year’s Eve near / Brings only confusion / No land in sight / Beyond the illusion / Just mist and haze / A run through the maze / But why do I suffer / In old-fashioned pictures / Where is the image / I really can stick to / Who helps me find / My ego’s expression / Who or who?“

Chestnut Leaves machen seit 2013 gemeinsam Musik – und das mit Leib und Seele. Die Musiker legen ausdrucksstarke Gesangspassagen auf einen Klangteppich rhytmisch-markanter Gitarrenakkorde und verleihen so den unterschiedlichsten Stimmungen Ausdruck.

Die 24-jährige Rechtsreferendarin Katharina Baller und der 27-jährige Wirtschaftswissenschaftler Matthias Bahn kennen sich schon seit Kindertagen und standen bereits im Rahmen anderer Musikprojekte gemeinsam auf der Bühne. Ausgangspunkt von Chestnut Leaves war das lang gehegte Vorhaben der beiden, Songs ausgewählter Künstler neu zu interpretieren. Schon bald drängte sich jedoch der Wunsch, sich mit eigenen Kompositionen und Texten der Welt zu öffnen, in den Vordergrund.

Auf der Textbühne #3 spielen Chestnut Leaves Interpretationen und eigene Lieder. Mehr über die Band gibt es auf Facebook!

Textbühnenvorstellung: Rebecca Lapresa (Autorin)

„Du sitzt in der Ecke, ganz laut. Erzählst, erzählst, aber vielleicht ist es egal, ob jemand zuhört. Redest laut, um selbst zu merken, dass du noch da bist.“

Rebecca Lapresa ist 21 Jahre alt und lebt in Mainz. Sie beschreibt in kurzen, atmosphärischen Texten die verworrene Schönheit und Melancholie kleiner Momente. Ihr Herz schlägt für Sprachen. Text ist für sie ein ewig faszinierendes Experimentierfeld, um sich auszudrücken.

Auf der Textbühne #3 präsentiert Rebecca zahlreiche dieser experimentellen Miniaturen.

Textbühnenvorstellung: Bernd Ritter (Autor)

„Wann hast du dir das letzte Mal den Sternenhimmel betrachtet? Wie siehst du ihn? Siehst du Gestalten, Bilder darin? Blickst du in einen unendlichen Raum voller Sterne und Galaxien? Fühlst dich als deren Mittelpunkt und all diese Augen sind auf dich gerichtet? Oder fragst du dich, ob sich das Universum überhaupt für dich interessiert? Es ist schon merkwürdig, wie wir die Dinge sehen, meinst du nicht? Wie verschiedene Blickwinkel alles verändern. Wie das alles wohl für eine kleine Biene aussehen musste? Der Sternenhimmel wird für sie wohl kaum eine Rolle gespielt haben. Konnte sie schätzen, was sie nicht wertschätzte? Ich für meinen Teil schätzte die Sterne und sie, die damals neben mir lag. Meine Sicht der Dinge hatte sie auf jeden Fall verändert. Du merkst, wie mich das alles in Aufruhr versetzt hat und es auch immer noch tut.“

Bernd Ritter, 25, studiert Germanistik und Philosophie und lebt in Mainz. Wie viele hat er in der frühen Jugend Gedichte geschrieben, die er heute niemandem mehr zeigen würde. Selbst hat er immer gute Geschichten in schöner Sprache geliebt und so probierte er sich mit 16 an seiner ersten Kurzgeschichte. Seitdem konzentriert er sich fast ausschließlich auf Prosa. Er würde sich als Ironiker bezeichnen und warnt davor, den gelegentlichen Ernst in seinen Texten allzu ernst zu nehmen.

Auf der Textbühne #3 darf man sich in zwei von Bernds Kurzgeschichten davon überzeugen!

Textbühnenvorstellung: Dalila Belattar (Autorin)

Er sieht mich nach wie vor unentwegt an. Wieso kann er nicht einfach den Blick von mir abwenden? Sein Blick, wie ein Scanner, der versucht jede Einzelheit meines Lebens zu erfassen. Aber ich bin kein einfacher Strichcode, keine Nummer, die man so einfach durchschauen kann. Ich bin mehr als das…

Dalila Belattar ist 23 Jahre alt und studiert Deutsch, Geschichte und Philosophie in Mainz. Mit dem Schreiben fing sie bereits im Alter von 13 Jahren an und kann seither den Stift nicht mehr aus der Hand legen. Obgleich Gedichte, Kurgeschichten oder Romane, sie schreibt was ihr in den Sinn kommt. Schreiben macht sie glücklich und zählt zu den wichtigsten Dingen in ihrem Leben: „Es ist wie eine Sucht, eine Flucht aus der Realität in meine eigene kleine Welt.“

Bisher veröffentlichte sie Gedichte in folgenden Anthologien:
„Unterm Apfelbaum. Die Sieger-Texte des Gedicht-Wettbewerbs zur Bundesgartenschau in Koblenz veranstaltet von SWR4 und der Rhein Zeitung“ (Hrsg. von Wolfhard Klein und Angelika Schulz-Parthu. Ingelheim 2011.)
„Frühling im Herzen Band 2“ (Hrsg. von Marie Rossi. Barleben 2013.)

Zwei ihrer Kurzgeschichten liest Dalila auf der Textbühne #3!

Textbühnenvorstellung: Bastian Boß (Autor)

„Er ist müde vom vielen Schlafen weil ihnen nichts besseres einfällt. Seine Augen fallen zu und er versucht durch einen leichten Druck auf die Ohren das weiße Rauschen des Busses auszublenden. Die von den Bäumen halb verdeckte Sonne flackert in einem roten Stakkato durch seine Lider. Er sieht sie auf einem Felsen am Meer sitzen. Arm in Arm. Gischt spritzt rauschend auf ihre nackten Füße. Die Sonne blitzt durch die Palmenzweige, die ihnen Schatten spenden. Sie hat ihren Kopf auf seine Schulter gelegt. Ihre Locken kitzeln ihn. Er will ihr in die Augen sehen, aber er kann sich nicht bewegen.“

Bastian Boß ist 23 Jahre jung und studiert Film und Literatur in Mainz. Er schreibt heimatlos-impressionistische Momentaufnahmen, weil die Welt um ihn herum das provoziert.

Wir freuen uns auf fünf dieser Momentaufnahmen, die Bastian auf der Textbühne #3 liest.

Workshopfotos zur Textbühne #3

Zur Vorbereitung auf die dritte Textbühne „Wir sind drin und draußen ist die Welt“, haben wir uns am vergangenen Wochenende mit allen Autoren und Musikern getroffen und das Programm und den genauen Ablauf zusammengestellt. In lockerer und gemütlicher Atmosphäre konnten viele Texte und Ideen entwickelt werden, sodass wir uns einmal mehr auf einen abwechslungsreichen Abend mit schönen, nachdenklichen, unterhaltsamen literarischen Texten und toller Musik freuen können!

Am 11. März 2014 mit dabei sind die Autoren Dalila Belattar, Bastian Boß, Rebecca Lapresa, Jennifer Riebl und Bernd Ritter sowie die Musiker von Chestnut Leaves. Bleibt gespannt!



Herzlichen Dank an unsere Fotografin Isabelle Winkler!

Textbühne #3: „Wir sind drin und draußen ist die Welt.“

Das neue Jahr bereits einen Monat alt und wir freuen uns, die dritte Textbühne anzukündigen. Am Dienstag, den 11. März 2014 sind wir wieder zu Gast im Kulturcafé am Campus Mainz. Unter dem Motto „Wir sind drin und draußen ist die Welt“ werden Nachwuchsautorinnen und -autoren aus Mainz und Rhein-Main ein musikalisches und litarisch-unterhaltsames Programm präsentieren.

Wir freuen uns auf Texte von Dalila Belattar, Bastian Boß, Rebecca Lapresa, Jennifer Riebl und Bernd Ritter. Für Musik sorgen Chestnut Leaves.

Der Eintritt ist frei!

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Für die Zusammenarbeit danken wir herzlich dem AStA der Uni Mainz, dem Literaturbüro Mainz sowie Matrosenhunde, die einmal mehr Motto und Artwork des Abends gestaltet haben.

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