„Mit einem VW-Bus voller Alkohol sei ich angereist, so eines der im Umlauf befindlichen Gerüchte, weil ich mir im Unklaren gewesen sei über die Qualität der hier erhältlichen Getränke, aber habe dann schnell große Mengen besten lettischen Champagners gekauft. Alles sei nun im Schrank, dessen Schlüssel während eines Besäufnisses und in Wut vom Balkon geflogen war. Ein sehr alter Schrank war es, ebenfalls aus Deutschland mitgebracht, ein Familienerbstück, das man absolut nicht beschädigen könne, es seien schon Unmengen an Schlüsseln daran probiert worden, aber lettische Schlüssel waren nun mal ganz anders als deutsche. Aber sollte der eine zu diesem Gral gehörende nur endlich gefunden werden, so würde eine nie endende Party ihren Anfang nehmen, sich schnell auf die ganze Stadt ausweiten, um schließlich die Nachbardörfer und zuletzt das ganze Land zu erfassen.“

 

Matthias Boosch lebte 2006/07 in der lettischen Kleinstadt Limbaži. Ein Experiment, wie er sagt: Ein Jahr an einem beliebigen Ort leben. Offen sein, für alles Neue. Von den Menschen lernen, die man trifft.

Das Experiment gelang. Zahlreiche Geschichten entstanden und enstehen bis heute. Auf der Textbühne #1 liest er die zwei jüngsten seiner Lettland-Geschichten.

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