„Diese Welt müsse er aus seiner eigenen Imagination schaffen, ohne sie zu kennen, das sei Schaffenskraft, dachte er. Er durfte nicht die Natur kopieren, sondern müsste selbst Natur schaffen, er dürfe nicht Menschen abbilden, sondern müsse selbst Menschen schaffen, dass sei künstlerisches Schaffen, dachte er. Zu guter Letzt dürfe man nur schreiben, was man ist. Der Autor müsse seinem Werk vorrausgehen. Doch auch diesen Gedanken verwarf er wieder, denn er hatte das Gefühl ihn irgendwo schon einmal gehört zu haben.“

 

Marcel Baymus, 22, kommt aus Rüsselsheim und studiert Germanistik und Philosophie. So wie Menschen, die ständig Musik hören und irgendwann selbst anfangen zu singen, um zu erfahren wie ihre Stimme klingt und wozu sie fähig sind, so war es wohl auch bei ihm und dem Schreiben. Indem er las und Bewunderung für viele Autoren empfand, wollte er auch seine schriftstellerische Stimme erproben.

Marcel Baymus ist passionierter Kurzgeschichtenschreiber, wobei er auch kürzere Dramen verfasst. Als Einflüsse nennt er Paul Auster, Thomas Bernhard, die Autoren des Existentialismus sowie die Dramatiker des Absurden Theaters und des Amerikanischen Theaters wie Eugene O’Neill oder T.S. Eliot. Bezugnehmend zu den Autoren, die den ganzen Tag in seinem Kopf herumschwirren, liest er auf der Textbühne #2 seine jüngste Kurzgeschichte „Der Sekundärliterat“.

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