„In jenem Sommer war die Haut meiner Beine so trocken und rissig wie der sonnenverbrannte Boden. Der Junge, dessen Namen die Zeit verschluckt hat, lag neben mir. Nicht weit weg schlief das Mädchen schon lange genug, dass der diensthabende Kommissar später sein Frühstück im Gebüsch lassen würde.“

 

Tina Lürtzing, 31, kommt aus Mainz-Bischofsheim und schreibt seit mittlerweile zwanzig Jahren. Als Kind dagegen malte sie gern, fühlte sich aber mit zunehmendem Alter frustriert vom Qualitätsgefälle zwischen Phantasie und darstellerischem Talent. Die Sprache bot ihr da mehr Möglichkeiten.

Ihre Texte variieren thematisch, drehen sich aber meist um die Abgründe, über denen sich der Einzelne oder die Gesellschaft bewegt. Tina Lürtzing arbeitet gerne die dunklen Seiten heraus, manchmal mit Humor, manchmal bitterböse oder traurig. Ihre Geschichten veröffentlicht sie in ihrem Blog und auf verschiedenen Internetseiten. Ihr im Slam-Poetry-Stil gehaltener Text „Dorfjugendtagebucheintrag“ wurde in der Anthologie „Lob der Jadeflöte“ veröffentlicht (quartus-Verlag, 2010).

Auf der Textbühne #2 trägt sie verschiedene Kurztexte vor.

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